Umhlanga_Initiation (2008)

Kann man den transzendentalen Prozess einer Initiation angemessen abbilden?

In Swasiland kommen jeden Herbst Jungfrauen aus dem ganzen Land zusammen, um das Umhlanga-Ritual, den so genannten Schilfrohrtanz, zu feiern. Mit der Zeremonie huldigen sie ihrem König und seiner Mutter. 2008 nahmen rund 40.000 Mädchen teil. Im ersten Teil des Ritus wird der Übergang vom Mädchen zur Frau vollzogen. Er findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Mädchen legen lange Fußmärsche zurück und verbringen einen Tag ohne Wasser und Nahrung im Schilf. Ich durfte sie dabei begleiten und fotografieren.

„Eine Initiation ist ein Prozess der Schälung“, erklärte mir eine der Teilnehmerinnen. Man wird mit den eigenen Grenzen körperlich, geistig und spirituell konfrontiert und findet Zugang zu Bereichen, die einem gewöhnlich verborgen bleiben. Das löst Angst und Verwirrung aus. Die Mädchen durchleben Zustände der Erschöpfung, des Hungers, Dursts sowie Gefühle der Befreiung und Erleichterung. Um dies fotografisch darzustellen, wählte ich als Technik die analoge Mehrfachbelichtung, bei der man mehrere Aufnahmen auf dem gleichen Filmabschnitt macht.

Die so entstandenen Überlagerungen geben eine Ahnung dessen, was sich im Inneren der Mädchen während des Rituals ereignete, wieder.

Die Arbeit umfasst 26 Bilder und ist als Buch angelegt.